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Versicherungen, Lounge, Concierge: was Premiumkarten wirklich leisten – gerechnet für drei Nutzungsprofile

Zwischen der günstigsten und der teuersten Premiumkarte liegt ein Faktor zwölf. Was der Aufpreis kauft, steht in den Versicherungsbedingungen: Selbstbehalte, Karteneinsatz-Pflicht, Reisedauer, Altersgrenzen, Kasko oder nur Haftpflicht beim Mietwagen, Besuchskosten in der Lounge. Sechs Premiumkarten im Vergleich der Klauseln, gerechnet für drei Nutzungsprofile gegen die Alternative aus Standardkarte und eigenen Reiseversicherungen.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Geprüft von
Erkan Boga
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Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Konto
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Nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigem Konto
Santander BestCard Premium
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0 €
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Umfangreiche Reiseversicherungen
Hohe Jahresgebühr
Commerzbank PremiumKreditkarte
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Bargeld
0 €
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Deutsche Bank MasterCard Platinum
Jahresgebühr
200 €
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Besondere Vorzugstarife im Bereich Urlaub, Sport, Kultur und Mobilität
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N26 Metal Mastercard
Jahresgebühr
202,80 €
Bargeld
0 €
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Kostenloser Bargeldbezug im Ausland
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Verpflichtende Laufzeit
American Express Gold Card
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144 € StartguthabenVorausgesetzt, du machst innerhalb der ersten 6 Monate einen Umsatz von min. 6.000 €. Es gelten weitere Bedingungen.
1 Zusatzkarte kostenfrei
Umfangreiches Versicherungspaket
Bonusprogramme Amex Offers und Membership Rewards
Hohe Gebühren für Fremdwährung und Bargeld
Hoher Selbstbehalt
American Express Platinum Card
Jahresgebühr
720 €
Bargeld
4 %
mind. 5 €
250 € StartguthabenVorausgesetzt, Sie machen innerhalb der ersten 6 Monate einen Umsatz von min. 13.000 €. Es gelten weitere Bedingungen.
200 Euro Online-Reiseguthaben jährlich
200 Euro SIXT ride Fahrtguthaben
150 Euro Restaurantguthaben
2x Priority Pass inkl. Begleitperson
Umfangreiches Versicherungspaket
Teilnahme an Amex Offers und Membership Rewards
Hohe Bonitätsanforderungen
Hohe Jahresgebühr

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Das Wichtigste in Kürze
  • Gold und Platin sind keine Bonitätsstufen, sondern gekaufte Leistungspakete. Auch eine Platinkarte hat einen Verfügungsrahmen, der von der Bonität abhängt.
  • Die Auslandskrankenversicherung ist bei den meisten Premiumkarten unbegrenzt, unterscheidet sich aber in Selbstbehalt, Karteneinsatz-Pflicht, Reisedauer und Altersgrenze.
  • Einen Kasko-Baustein für den Mietwagen haben nur wenige Karten; Postbank und Deutsche Bank versichern nur die Haftpflicht, Commerzbank und Amex Gold gar nichts.
  • „Lounge-Zugang inklusive“ heißt bei der Postbank 33,32 Euro je Besuch, bei der Deutschen Bank freier Eintritt für den Inhaber, bei American Express 50 Freibesuche im Jahr.
  • Eine gute Standardkarte plus eigene Reiseversicherungen kostet nach Finanztest-Rechnung 75,92 Euro im Jahr für eine Person und 173,60 Euro für eine Familie – das ist die Messlatte für jede Premiumkarte.

Zwischen der günstigsten und der teuersten Premiumkarte im Vergleich liegen 58,80 € und 720 € im Jahr – ein Faktor zwölf für dieselbe Farbe auf der Karte. Was der Aufpreis kauft, steht nicht auf der Produktseite, sondern in den Versicherungsbedingungen und im Preisverzeichnis: Selbstbehalte, Karteneinsatz-Klauseln, Altersgrenzen, Besuchskosten für die Lounge. Die Finanztest-Redaktion hat 28 Gold- und Platinkarten daraufhin geprüft und keine davon uneingeschränkt empfehlenswert gefunden; die Reiseversicherungen nannte sie „größtenteils … lückenhaft, unübersichtlich und voller Fallstricke“. Dieser Ratgeber rechnet den Aufpreis für drei Nutzungsprofile durch und zeigt, welche Klausel bei welcher Karte den Ausschlag gibt (Stand: 15.09.2026).

Was Gold und Platin heute bedeuten

In den Preisverzeichnissen sind Gold- und Platinkarten Produktnamen für Karten mit Zusatzleistungen, nicht Auszeichnungen für besonders gute Kunden. Die Voraussetzungen sind dieselben wie bei der Standardkarte des Hauses: Volljährigkeit, Wohnsitz in Deutschland, Kreditwürdigkeitsprüfung. American Express nennt für die Platinum Card ausdrücklich kein Mindesteinkommen – der Concierge-Service ist dort eine Standardleistung –, die übrigen Herausgeber setzen die bestandene Kreditwürdigkeitsprüfung voraus.

Zwei Missverständnisse halten sich trotzdem. Das erste: Platin bedeute „kein Limit“. Tatsächlich hat jede Karte mit Kreditrahmen einen Verfügungsrahmen, der aus der Bonität abgeleitet wird; American Express formuliert es als „kein standardisierter Verfügungsrahmen“, der sich nach Zahlungshistorie und Nutzung richtet – ein dynamischer Rahmen also, kein unbegrenzter. Das zweite: Die Leistungen seien ein Geschenk der Bank. Seit die EU-Verordnung über Interbankenentgelte das Entgelt, das der Händler je Kreditkartenzahlung an die kartenausgebende Bank zahlt, auf 0,3 Prozent des Umsatzes begrenzt, finanzieren Visa- und Mastercard-Herausgeber ihre Pakete aus der Jahresgebühr. American Express betreibt ein Drei-Parteien-System, das nicht unter diese Begrenzung fällt – deshalb kann die Platinum Card ein Guthabenpaket bieten, das nominal fast so viel wert ist wie die Jahresgebühr. Ob es das für Sie ist, hängt davon ab, ob Sie die Partner nutzen.

Sechs Premiumkarten: Preis, Krankenversicherung, Mietwagen, Lounge

Die Tabelle stellt die Leistungen nebeneinander, an denen sich die Karten tatsächlich unterscheiden. Jahresgebühren kommen aus unserer eigenen Produktdatenbank; die Versicherungsangaben stammen aus den Versicherungsbedingungen der Herausgeber.

Gold- und Platin-Kreditkarten im Vergleich: Jahresgebühr, Auslandskrankenversicherung, Mietwagenschutz und Lounge-Programm laut Bedingungen der Herausgeber (Stand: 15.09.2026)
Karte Jahresgebühr Auslandskrankenversicherung Mietwagen Lounge-Programm
Hanseatic Bank GoldCard 58,80 € unbegrenzt, kein Selbstbehalt, ohne Karteneinsatz, 62 Reisetage nur als kostenpflichtiger Zusatzbaustein nicht enthalten
Postbank Mastercard Platinum 99 € unbegrenzt, Selbstbehalt bis 100 € je Fall, ohne Karteneinsatz, 62 Reisetage, ohne Altersgrenze nur Haftpflicht bis 1.050.000 €; keine Kasko Priority Pass, 33,32 € je Person und Besuch – auch für den Inhaber
Santander BestCard Premium 118,80 € ohne Einzelsumme, kein Selbstbehalt, ohne Karteneinsatz, 60 Reisetage; längere Reisen ganz ausgeschlossen Vollkasko bis 50.000 €, kein Selbstbehalt, 30 Tage, Polizeimeldung binnen 24 Stunden nicht enthalten
Commerzbank PremiumKreditkarte 154,80 € (Preis des PremiumKontos, bis zu zwei Karten) unbegrenzt, ohne Karteneinsatz, 62 Reisetage; Reisewarnung und Pandemie ausgeschlossen kein Mietwagenbaustein Priority-Pass-Mitgliedschaft; Besuchskosten nicht ausgewiesen
Deutsche Bank Mastercard Platin 200 € aktuelle Bedingungen nicht veröffentlicht; letzte öffentliche Fassung von Mai 2021 nur Haftpflicht bis 1.100.000 €; keine Kasko Priority Pass, Inhaber frei, Begleitperson 20 € je Besuch
American Express Platinum Card 720 € unbegrenzt, Selbstbehalt 10 % (mindestens 100, höchstens 500 €), Kartenzahlung vorausgesetzt, 120 Reisetage, bis 80 Jahre Vollkasko bis 75.000 €, Selbstbehalt 200 €, 120 Tage; nachrangig zur Vermieter-Versicherung 50 Freibesuche je Kalenderjahr, eine Begleitperson frei, weitere Gäste 30 €
Quelle: Versicherungsbedingungen und Preis- und Leistungsverzeichnisse der Herausgeber (Hanseatic Bank AVB SicherMobil 01/2026 und PLV V1.07.2026; Postbank Versicherungsbedingungen 08/2025; Openbank/Santander SANVB 05/2026; Commerzbank Versicherungsbestätigung 05/2026; Deutsche Bank PLV 01.07.2026; American Express PLV 01.07.2026) und unsere eigene Produktdatenbank, abgerufen am 15.09.2026. Die Commerzbank-Karte gibt es nur im PremiumKonto.

Das Kleingedruckte der Reiseversicherungen

Fünf Klauseln entscheiden, ob die Versicherung einer Premiumkarte im Ernstfall zahlt. Sie stehen in jedem Bedingungswerk, aber an verschiedenen Stellen.

Selbstbehalt

Die Hanseatic GoldCard und die Santander BestCard Premium versichern Behandlungskosten im Ausland ohne Selbstbehalt. Die Postbank zieht bis zu 100 Euro je Fall ab, American Express 10 Prozent der Kosten, mindestens 100 und höchstens 500 Euro je Person. Bei der Reiserücktrittsversicherung liegt der Selbstbehalt fast überall bei 10 Prozent der Stornokosten, mindestens 100 Euro je Person; die Postbank nimmt 100 Euro fest und bei Krankheit 20 Prozent. Die Finanztest-Redaktion fand bei 22 von 28 Karten geringe oder sehr geringe Leistungen im Rücktrittsschutz; die Verbraucherzentrale rät bei der Auslandskrankenversicherung, von Policen mit Selbstbeteiligung „die Finger“ zu lassen.

Karteneinsatz

Bei der Auslandskrankenversicherung gilt der Schutz bei Hanseatic, Postbank, Santander und Commerzbank unabhängig davon, ob die Reise mit der Karte bezahlt wurde. American Express setzt die Kartenzahlung voraus. Beim Reiserücktritt ist die Klausel strenger: Die Hanseatic Bank verlangt, dass mindestens die Hälfte der Reisekosten über die Karte lief, Santander die vollständige Zahlung, Postbank und American Express „die mit der Karte bezahlte Reise“. Wer die Pauschalreise über das Firmenkonto oder eine andere Karte bucht, hat bei diesen Karten keinen Rücktrittsschutz.

Reisedauer und Altersgrenze

Der Schutz gilt je Reise für 60 (Santander), 62 (Hanseatic, Postbank, Commerzbank) oder 120 Tage (American Express Platinum). Santander schließt längere Reisen nicht nur ab dem 61. Tag aus, sondern komplett. American Express versichert bis zum vollendeten 80. Lebensjahr; die Postbank nennt keine Altersgrenze.

Rücktransport

Ob ein Krankenrücktransport bezahlt wird, hängt vom Wortlaut ab. „Medizinisch sinnvoll und vertretbar“ (Commerzbank, American Express) lässt den Transport zu, sobald er ärztlich vernünftig ist. „Medizinisch notwendig“ (Postbank, Santander) verlangt, dass die Behandlung vor Ort nicht gewährleistet ist – ein Kriterium, das die Verbraucherzentrale als „fast nicht zu erfüllen“ beschreibt. Der ADAC beziffert einen Ambulanzflug aus Australien oder Neuseeland mit rund 400.000 Euro, aus Nord- und Südamerika mit rund 200.000 Euro; der ADAC verkauft selbst Auslandskrankenversicherungen.

Pandemie und Reisewarnung

Die Commerzbank schließt Reisewarnungen des Auswärtigen Amts und Pandemien aus; die American Express Platinum Card versichert Reisewarnung, Zwangsquarantäne und Einreiseverbot im Rücktrittsschutz ausdrücklich mit, die Gold Card nicht. Der Bundesgerichtshof hat im November 2025 einen Pandemie-Ausschluss in einer Jahres-Reiseversicherung für wirksam erklärt – die Klausel gilt also, wie sie geschrieben steht.

Wie die Klauseln bei allen Karten mit Auslandskrankenversicherung lauten, steht auf der Seite zur Kreditkarte mit Auslandskrankenversicherung.

Mietwagen: Kasko oder nur Haftpflicht

Der Mietwagenschutz ist die Leistung, bei der der Name „Platin“ am wenigsten verrät. Die Postbank Platinum und die Deutsche Bank Platin versichern die Haftpflicht für Schäden Dritter mit 1,05 beziehungsweise 1,1 Millionen Euro – nützlich in den USA, wo die gesetzliche Mindestdeckung in manchen Bundesstaaten bei wenigen zehntausend Dollar liegt –, aber ausdrücklich nicht die Schäden am Mietfahrzeug selbst. Die Commerzbank PremiumKreditkarte hat gar keinen Mietwagenbaustein, die Amex Gold Card ebenfalls nicht, die Hanseatic GoldCard nur gegen Aufpreis.

Eine Vollkasko bringen im Vergleich nur die Santander BestCard Premium (50.000 Euro, kein Selbstbehalt, 30 Tage) und die American Express Platinum Card (75.000 Euro, 200 Euro Selbstbehalt, 120 Tage) mit. Beide leisten nachrangig: American Express zahlt „ausschließlich Leistungen im Anschluss an die im Mietwagenvertrag enthaltenen Versicherungen (z. B. den Selbstbehalt)“. Praktisch ersetzt die Karte also den Selbstbehalt der Vermieter-Kasko, nicht die Kasko selbst – bei Europcar liegt dieser Selbstbehalt je nach Fahrzeugklasse zwischen 1.050 und 2.000 Euro. Santander verlangt zusätzlich eine Polizeimeldung binnen 24 Stunden und schließt Reifen und bestimmte Marken aus. Details, Vermieterbedingungen und die Frage, wann die Karte den Aufpreis am Schalter spart, stehen auf der Seite zur Kreditkarte mit Mietwagenversicherung.

Lounge und Concierge: was „inklusive“ heißt

Drei Karten im Vergleich werben mit Priority Pass, dem weltweiten Lounge-Programm. Die Bedingungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Bei der Postbank Mastercard Platinum ist die Mitgliedschaft enthalten, jeder Besuch kostet aber 33,32 Euro je Person – auch der des Karteninhabers. Bei der Deutschen Bank Mastercard Platin ist der Inhaber frei, eine Begleitperson zahlt 20 Euro je Besuch. Die American Express Platinum Card gewährt für Anträge seit dem 1. September 2024 bis zu 50 Freibesuche je Kalenderjahr, Haupt- und Zusatzkarten und Gäste zusammengerechnet, je Besuch eine Begleitperson frei und weitere Gäste für 30 Euro; dazu kommt der Zugang zur Global Lounge Collection von American Express mit mehr als 1.550 Lounges. Die Commerzbank weist die Besuchskosten ihrer Priority-Pass-Mitgliedschaft auf der Produktseite nicht aus. Für Lufthansa-Lounges endet der Zugang über die Platinum Card nach übereinstimmenden Berichten von Vielflieger-Portalen zum 1. Oktober 2026 (Stand: Juli 2026).

Das Guthabenpaket der Platinum Card summiert sich nominal auf 650 Euro im Jahr: 200 Euro Reiseguthaben über das Amex-Reiseportal, 200 Euro für SIXT ride, 150 Euro Restaurantguthaben bei teilnehmenden Restaurants und 100 Euro für einen Modehändler – jedes Guthaben muss aktiviert und beim jeweiligen Partner eingelöst werden (Amex-Produktseite, Stand: 03.08.2026). Wer ohnehin über das Amex-Portal bucht und die Partner nutzt, holt den Großteil der Jahresgebühr zurück; wer es nicht tut, zahlt 720 € für Lounge, Versicherungen und Concierge. Enthalten sind außerdem eine Platinum-Zusatzkarte und bis zu vier weitere Karten des Hauses ohne Aufpreis.

Rechnet sich der Aufpreis? Drei Profile

Die Finanztest-Redaktion hat als Vergleichsmaßstab ausgerechnet, was eine gute Standardkarte plus eigenständige Reiseversicherungen ohne Selbstbeteiligung kosten: 75,92 Euro im Jahr für eine Einzelperson (Auslandskrankenversicherung 7,92 Euro, Jahres-Reiserücktrittsschutz 68 Euro) und 173,60 Euro für eine Familie. An dieser Zahl muss sich jede Premiumkarte messen lassen.

Gelegentlich privat unterwegs, zwei bis drei Reisen im Jahr

Die Hanseatic GoldCard kostet 58,80 € und bringt eine Auslandskrankenversicherung ohne Selbstbehalt und ohne Karteneinsatz mit – weniger als die Einzelpolice der Finanztest-Rechnung kostet. Der Rücktrittsschutz ist dagegen schwach: 5.000 Euro je Reise für alle Versicherten zusammen, 10 Prozent Selbstbehalt, mindestens die Hälfte der Reise über die Karte. Wer teure Reisen bucht, ergänzt einen eigenen Rücktrittsschutz und nutzt die Karte für Bargeld und Fremdwährung, die bei der GoldCard weltweit nichts kosten.

Die Teilzahlung ist bei der GoldCard voreingestellt

Der effektive Jahreszins der Hanseatic GoldCard liegt bei 25,79 %, das Kartenentgelt eingerechnet. Wer die Rechnung nicht jeden Monat vollständig ausgleicht, zahlt damit für die Versicherung ein Vielfaches ihres Werts. Die Umstellung auf den vollständigen Einzug heißt in der App „zinsfreier Kompletteinzug“. Wie die Voreinstellung bei anderen Karten wirkt, steht auf der Seite zur Kreditkarte mit Teilzahlung.

Familie mit Pauschalreisen

Für eine Familie ist der Rücktrittsschutz der teurere Posten. Die Postbank Mastercard Platinum versichert 5.200 Euro je Karteninhaber und 10.400 Euro je Familie mit festem Selbstbehalt von 100 Euro, die Santander BestCard Premium 10.000 Euro bei vollständiger Kartenzahlung. Beide liegen unter der Finanztest-Messlatte von 173,60 Euro – aber nur, wenn die Reise tatsächlich über die Karte bezahlt wird und die Reisesumme in die Deckung passt. Die Postbank versichert die Auslandskrankheit ohne Karteneinsatz und ohne Altersgrenze, was für mitreisende Großeltern zählt; American Express endet mit 80.

Vielflieger, überwiegend geschäftlich

Für wen sich die American Express Platinum Card rechnet, lässt sich in einer Zeile beantworten: für diejenigen, die die Lounges regelmäßig nutzen und die Guthaben bei den Partnern einlösen. 50 Freibesuche im Jahr und das Guthabenpaket von nominal 650 Euro stehen einer Jahresgebühr von 720 € gegenüber. Wer Geschäftsreisen über die Firma abrechnet, prüft vorher zwei Klauseln: Die Versicherungen setzen die Kartenzahlung voraus, und ob die Mietwagen-Kasko Geschäftsfahrten einschließt, steht in den Bedingungen – die Revolut-Metal-Bedingungen etwa nehmen Geschäftsreisen aus. Wer nur den Lounge-Zugang will, kommt mit der Deutschen Bank Mastercard Platin für 200 € günstiger weg, verzichtet dafür auf jede Kasko.

Die Nebenkosten der Premiumkarten

Die Jahresgebühr ist bei Premiumkarten nicht der einzige Posten. American Express berechnet für Bargeld 4 Prozent, mindestens 5 Euro, und 2 Prozent Auslandseinsatzentgelt; die Postbank 2,5 Prozent, mindestens 5 Euro, und 1,85 Prozent; die Hanseatic GoldCard und die Santander BestCard Premium verlangen beides nicht – Santander mit acht kostenlosen Abhebungen im Monat. Zusatzkarten kosten bei der Deutschen Bank 120 €, bei der Postbank 79 €, bei Santander 94,80 beziehungsweise 46,80 Euro mit Girokonto des Hauses; bei der Amex Platinum sind sie enthalten.

Bei der Abrechnung trennen sich die Modelle: Die Karten von American Express und der Deutschen Bank sind Charge Cards mit monatlichem Vollausgleich. Die Hanseatic GoldCard (25,79 %), die Santander BestCard Premium (16,72 %) und die Deutschland-Kreditkarte Gold (27,87 %) sind echte Kreditkarten mit Teilzahlung, bei Hanseatic und Deutschland-Kreditkarte ab Vertragsbeginn aktiv. Santander verlangt 118,80 € im Jahr, mit Girokonto des Hauses 70,80 Euro; die Postbank nimmt mit dem Kontomodell Giro extra plus 79 statt 99 Euro.

Abgrenzung: Metall und Schwarz

Über Platin liegen Karten, deren Material die Werbung übernimmt. Die N26 Metal Mastercard kostet 202,80 €, ist eine Debitkarte zum Girokonto und hat keinen Mietwagenbaustein; die American Express BMW Premium Card Carbon 500 € mit derselben Mietwagen-Kasko wie die Platinum Card; die Deutsche Bank Mastercard Black 600 Euro im Jahr laut Preisverzeichnis vom 01.07.2026. Die Centurion Card von American Express gibt es nur auf Einladung. Metall ist ein Werkstoff, keine Leistungsstufe – die Bedingungen einer Metallkarte stehen in denselben Dokumenten wie die der Plastikkarte und sind genauso zu lesen.

Welche Premiumkarte zu welchem Profil passt

Entscheidungshilfe Gold und Platin: Profil, passende Karte im Vergleich und die Bedingung, die zu prüfen ist (Stand: 15.09.2026)
Ihr Profil Passt am ehesten Vorher prüfen
Zwei bis drei private Reisen, Bargeld und Fremdwährung wichtig Hanseatic GoldCard Teilzahlung abschalten; eigener Rücktrittsschutz für teure Reisen
Familie, Pauschalreisen über die Karte gebucht Postbank Mastercard Platinum oder Santander BestCard Premium Reisesumme gegen die Deckung rechnen; Kartenzahlung der Reise
Mietwagen im Ausland, Kasko-Selbstbehalt sparen Santander BestCard Premium oder American Express Platinum Card Nachrangigkeit, 30- oder 120-Tage-Grenze, Polizeimeldung, Markenausschlüsse
Vielflieger mit Lounge-Nutzung und Partnerguthaben American Express Platinum Card Guthaben aktivieren und einlösen; Kartenzahlung für den Versicherungsschutz
Nur Lounge-Zugang, kein Kasko-Bedarf Deutsche Bank Mastercard Platin Versicherungsbedingungen beim Institut anfordern, sie sind nicht öffentlich
Die Konditionen aller Premiumkarten liefert der Vergleich am Seitenanfang; die Übersicht aller Kartenarten steht auf der Startseite des Kreditkarten-Vergleichs.

Häufige Fragen zu Gold- und Platin-Kreditkarten

Brauche ich ein Mindesteinkommen für eine Gold- oder Platinkarte?

American Express nennt für die Platinum Card kein Mindesteinkommen, sondern Volljährigkeit, einen Wohnsitz in Deutschland und eine bestandene Kreditwürdigkeitsprüfung; die übrigen Herausgeber entscheiden über die Kreditwürdigkeitsprüfung. Die Höhe des Verfügungsrahmens richtet sich nach der Bonität, bei American Express zusätzlich nach Zahlungshistorie und Nutzung.

Ersetzt die Auslandskrankenversicherung der Karte eine eigene Police?

Bei Karten ohne Selbstbehalt und ohne Karteneinsatz-Pflicht kann sie das für die versicherte Reisedauer – die Hanseatic GoldCard, die Santander BestCard Premium und die Postbank-Platinum-Karten erfüllen diese beiden Bedingungen. Wer länger als 60 bis 62 Tage reist, über 80 ist oder einen Selbstbehalt vermeiden will, ist mit einer eigenen Jahrespolice besser bedient. Die Finanztest-Redaktion rät grundsätzlich zur eigenen Police.

Zahlt die Karten-Kasko den Mietwagenschaden komplett?

In der Regel nicht. Die Kasko-Bausteine von Santander und American Express leisten nachrangig zur Versicherung des Vermieters, also vor allem für den Selbstbehalt, den der Vermieter berechnet. Die Postbank und die Deutsche Bank versichern nur die Haftpflicht gegenüber Dritten; Schäden am Mietfahrzeug sind dort ausgeschlossen.

Was kostet ein Lounge-Besuch mit Priority Pass wirklich?

Das hängt von der Karte ab: bei der Postbank 33,32 Euro je Person und Besuch, auch für den Inhaber; bei der Deutschen Bank Mastercard Platin nichts für den Inhaber und 20 Euro je Begleitperson; bei der American Express Platinum Card nichts für bis zu 50 Besuche im Kalenderjahr und 30 Euro je weiterem Gast. „Lounge-Zugang inklusive“ beschreibt nur die Mitgliedschaft, nicht den Eintritt.

Lohnt sich die American Express Platinum Card?

Rechnerisch dann, wenn Sie die Lounges nutzen und das Guthabenpaket bei den Partnern einlösen – es summiert sich nominal auf 650 Euro im Jahr und deckt damit den Großteil der Jahresgebühr. Wer weder über das Amex-Reiseportal bucht noch die Partner nutzt, zahlt die volle Gebühr für Lounge, Versicherungen und Concierge und sollte mit einer Karte wie der Deutschen Bank Mastercard Platin gegenrechnen.

Ist die Teilzahlung bei Goldkarten voreingestellt?

Bei der Hanseatic GoldCard und der Deutschland-Kreditkarte Gold ja, mit effektiven Jahreszinsen über 25 Prozent inklusive Kartenentgelt. Stellen Sie die Rückzahlung nach Kartenerhalt auf den vollständigen Einzug um. Die Charge Cards von American Express und der Deutschen Bank kennen keine Teilzahlung; dort wird die Monatsrechnung immer vollständig eingezogen.

Über die Autoren
Janine El-Saghir Als erfahrene Redakteurin bei der qmedia GmbH hat sich Janine El-Saghir auf den Bereich der Finanzprodukte für Verbraucher und Unternehmen spezialisiert. Sie verfügt über tiefgreifendes...
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