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Vollkasko über die Kreditkarte: was die Karte am Mietwagenschalter wirklich ersetzt – und was nicht

Am Schalter kostet der Verzicht auf den Selbstbehalt bei Avis 30,50 bis 53,90 Euro je Tag; Kreditkarten werben mit „Vollkasko inklusive“. Was der Kartenschutz tatsächlich ersetzt, entscheiden sechs Klauseln: Kartenzahlung, Mietdauer, Polizeimeldung, Nachrangigkeit, Fahrzeugausschlüsse, Reisebegriff. Sechs Karten mit Mietwagenbaustein im Vergleich, ein Rechenbeispiel für zehn Miettage und die Haftpflichtfrage in den USA.
Geschrieben von
Janine El-Saghir
Geprüft von
Erkan Boga
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Das Wichtigste in Kürze
  • Der Kasko-Baustein einer Kreditkarte ersetzt in der Regel den Selbstbehalt der Vermieter-Kasko, nicht die Kasko selbst – die Bedingungen nennen das „subsidiär“ oder „nachrangig“.
  • Im Vergleich haben nur die American Express Platinum Card, die Amex BMW Premium Card Carbon und die Santander BestCard Premium eine Vollkasko; Postbank Platinum und Deutsche Bank Platin versichern nur die Haftpflicht.
  • Die Deckungssummen liegen bei 50.000 bis 75.000 Euro, der Selbstbehalt bei 0 bis 200 Euro, die versicherte Mietdauer bei 30 oder 120 Tagen je Anmietung.
  • In den USA ist die Haftpflicht das größere Risiko: Die gesetzliche Mindestdeckung liegt in Florida bei 10.000 Dollar für Sachschäden, eine Pflicht zur Personenschadenhaftpflicht gibt es dort nicht.
  • Für die Kaution braucht der Vermieter einen Verfügungsrahmen – Prepaid-Karten lehnen Europcar und Sixt ausdrücklich ab, Debitkarten werden nur eingeschränkt akzeptiert.

Am Mietwagenschalter kostet die Haftungsreduzierung mit Selbstbehalt bei Avis laut Besonderen Mietbedingungen 27,00 bis 37,00 Euro je Tag, die Variante ohne Selbstbehalt 30,50 bis 53,90 Euro je Tag. Zehn Miettage im Jahr summieren sich so auf mehrere hundert Euro – mehr als die Jahresgebühr fast jeder Premiumkarte. Genau damit werben die Karten: „Mietwagen-Vollkasko inklusive“. Von den 45 Karten in unserem Vergleich tragen allerdings nur drei einen Kasko-Baustein, drei weitere versichern ausschließlich die Haftpflicht gegenüber Dritten, und alle sechs leisten nachrangig zur Versicherung des Vermieters. Was der Schutz am Schalter tatsächlich ersetzt, entscheiden sechs Klauseln in den Bedingungen (Stand: 15.09.2026).

Drei Angebote am Schalter – und was davon die Karte ersetzt

Jeder Mietvertrag enthält eine Haftungsbeschränkung für Schäden am Fahrzeug, und der Bundesgerichtshof misst sie am „Leitbild der Kaskoversicherung“. Am Schalter werden darauf drei Zusatzprodukte angeboten: die Haftungsreduzierung mit Selbstbehalt (bei den Vermietern CDW oder LDW genannt), die Reduzierung des Selbstbehalts auf null (Super-CDW, SuperCover, Premium-Schutz) und die Aufstockung der Haftpflicht gegenüber Dritten (SLI). Avis weist auf seiner Ratgeberseite darauf hin, dass „in den meisten Fällen … eine Haftungsreduzierung standardmäßig mit dem Fahrzeug angeboten“ wird. Der Selbstbehalt, der dann noch bleibt, ist der Betrag, um den es beim Kartenschutz geht: Bei Europcar liegt er je nach Fahrzeugklasse zwischen 1.050 und 2.000 Euro, bei Hertz am Frankfurter Flughafen zwischen 850 und 3.000 Euro; die Hertz-Variante SuperCover lässt selbst danach noch 150 Euro bei Transportern und 250 Euro bei achtzehn Premiumgruppen stehen.

Der Kasko-Baustein der Karte setzt genau hier an. American Express formuliert es in den Bedingungen der Platinum Card so: Die Versicherung zahlt „ausschließlich Leistungen im Anschluss an die im Mietwagenvertrag enthaltenen Versicherungen (z. B. den Selbstbehalt)“, und alle Leistungen gelten „streng subsidiär“. Die Karte ersetzt also den Super-CDW-Aufpreis am Schalter – nicht die Grundkasko, die im Mietpreis steckt. Wer die Haftungsreduzierung des Vermieters abwählt, um „alles über die Karte“ laufen zu lassen, steht bei einem Totalschaden mit einer Deckung von 50.000 bis 75.000 Euro da, während der Vermieter den Neuwert fordert.

Die Karten im Vergleich: Kasko, Haftpflicht oder nichts

Die Tabelle stellt die sechs Karten aus unserem Vergleich zusammen, die überhaupt einen Mietwagenbaustein tragen. Jahresgebühren kommen aus unserer eigenen Produktdatenbank, die Versicherungsangaben aus den Bedingungswerken der Herausgeber.

Kreditkarten mit Mietwagenbaustein: Kasko-Deckung, Selbstbehalt, versicherte Mietdauer und Haftpflicht laut Versicherungsbedingungen (Stand: 15.09.2026)
Karte Jahresgebühr Kasko Selbstbehalt / Mietdauer Haftpflicht Dritte Bedingung
Santander BestCard Premium 118,80 € Vollkasko bis 50.000 € (Barwertgrenze) kein Selbstbehalt / 30 Tage, verlängerbar bei gesonderter Abrechnung nicht enthalten Polizeimeldung binnen 24 Stunden, sonst Leistungsausschluss; Reifen und bestimmte Marken ausgeschlossen
American Express Platinum Card 720 € Vollkasko bis 75.000 € 200 € / 120 Tage je Reise 750.000 €, in den USA 1.000.000 USD Kartenzahlung des Mietwagens; nur auf Reisen; „streng subsidiär“
American Express BMW Premium Card Carbon 500 € Vollkasko bis 75.000 € 200 € / 120 Tage nicht enthalten kein Reisekriterium – gilt auch am Wohnort
Postbank Mastercard Platinum 99 € keine – „Kein Versicherungsschutz besteht für Schäden an den Mietfahrzeugen“ bis 1.050.000 €, nachrangig zur Kfz-Haftpflicht des Mietwagens Versicherer Allianz
Deutsche Bank Mastercard Platin 200 € keine – Schäden am Mietfahrzeug ausgeschlossen 1.100.000 € pauschal; in USA und Kanada erst nach Erschöpfung der örtlichen Deckung letzte öffentliche Bedingungen von Mai 2021
Hanseatic Bank GoldCard 58,80 € nur als kostenpflichtiger Zusatzbaustein nicht enthalten
Quelle: Versicherungsbedingungen der Herausgeber (American Express Platinum PLV 01.07.2026 und BMW Premium Card Carbon; Openbank/Santander SANVB 0203 05.2026, Abschnitt VIII; Postbank Versicherungsbedingungen 678-148-033-0825; Deutsche Bank Mastercard Platin, Fassung Mai 2021, und PLV 01.07.2026; Hanseatic Bank AVB SicherMobil) und unsere eigene Produktdatenbank, abgerufen am 15.09.2026.

Außerhalb unseres Vergleichs gibt es weitere Karten mit Kasko-Baustein, deren Bedingungen dieselben Muster zeigen: Die Miles & More Gold Credit Card (seit Oktober 2025 von der Deutschen Bank herausgegeben) versichert bis 75.000 Euro mit festem Selbstbehalt von 200 Euro für 30 Tage; die easybank Platinum bis 100.000 Euro für 90 Tage, verlangt aber für jeden Anspruch einen Polizeibericht und gilt nur im Ausland; die Eurowings Kreditkarte Premium der easybank bis 75.000 Euro mit 230 Euro Selbstbehalt für 30 Tage; die VR ExclusiveCard der Volksbanken bis 75.000 Euro mit 200 Euro Selbstbehalt. Sparkassen-Platinum-Karten, die Consorsbank Visa Card Gold und Revolut Metal erstatten dagegen nur den Selbstbehalt der Vermieter-Kasko – bis 1.000 oder 2.000 Euro je nach Institut, bei der Consorsbank bis 1.500 Euro.

Ohne jeden Mietwagenbaustein bleiben die Commerzbank PremiumKreditkarte (das Wort „Mietwagen“ kommt in ihrer 38-seitigen Versicherungsbestätigung nicht vor), die Amex Gold Card, die N26 Metal, deren Haftpflichtbedingungen ausdrücklich verlangen, „die erforderliche Versicherung vom Vermieter oder Eigentümer abzuschließen“, sowie Advanzia, TF Bank, Bank Norwegian und die DKB-Karten. Welche dieser Karten sich aus anderen Gründen lohnen, steht auf der Seite zu Gold- und Platin-Kreditkarten.

Sechs Klauseln, die den Schutz begrenzen

1. Kartenzahlung

American Express, Miles & More und die VR ExclusiveCard verlangen, dass der Mietwagen vollständig mit der Karte bezahlt wird; Miles & More kennt eine Ausnahme für den Fall, dass die Karte nur hinterlegt wurde. Wer den Wagen über das Firmenkonto, ein Reisebüro oder eine andere Karte bezahlt, hat keinen Schutz – die Karte im Mietvertrag zu hinterlegen, reicht bei den meisten Bedingungen nicht.

2. Mietdauer

Der Schutz gilt je Anmietung 30 Tage (Santander, Miles & More, VR, Revolut) oder 120 Tage (American Express). Santander und die VR ExclusiveCard verlängern über 30 Tage hinaus, „wenn der über den Zeitraum von 30 Tagen hinausgehende Mietzeitraum gesondert abgerechnet und mit der Kreditkarte auch gesondert bezahlt wird“; bei Revolut entfällt der Schutz ab dem 31. Tag ganz. Für eine Langzeitmiete auf Projektbasis ist das die entscheidende Zeile.

3. Polizeimeldung

Santander verlangt die Meldung an die Polizei binnen 24 Stunden, sonst entfällt die Leistung; die easybank Platinum einen Polizeibericht für jeden Anspruch. Der Bundesgerichtshof hat eine Polizeiklausel im Mietvertrag als wirksame Obliegenheit bestätigt, deren Erfüllung „in der Hand“ des Mieters liegt. Bei Obliegenheitsverletzungen gilt § 28 VVG: volle Leistungsfreiheit nur bei Vorsatz, bei grober Fahrlässigkeit eine Kürzung im Verhältnis zur Schwere des Verschuldens, bei fehlender Ursächlichkeit volle Leistung.

4. Nachrangigkeit

Alle Kartenversicherer zahlen nach dem Vermieter. American Express schließt einen Anspruch „von Anfang an“ aus, „soweit Sie … Ersatz aus einem konkurrierenden, anderen, eigenen oder fremden … Versicherungsvertrag beanspruchen können“. Praktisch heißt das: Erst rechnet der Vermieter seine Haftungsreduzierung ab, dann erstattet die Karte den verbleibenden Selbstbehalt.

5. Fahrzeug- und Fahrerausschlüsse

Santander führt eine Markenausschlussliste und nimmt Reifenschäden aus. Revolut Metal schließt Fahrzeuge über zehn Jahre, mit mehr als neun Sitzen oder über 70.000 Euro Listenpreis aus – und Geschäftsreisen. Wer beruflich mietet, liest diese Zeile zuerst.

6. Reisebegriff

Die Amex Platinum versichert Mietwagen nur auf Reisen, die BMW Premium Card Carbon ohne jedes Reisekriterium, also auch die Anmietung am Wohnort nach einem Unfall mit dem eigenen Wagen. Miles & More definiert die Reise alternativ: Ausland oder mehr als 50 Kilometer vom Wohnort oder mindestens eine Übernachtung.

Grobe Fahrlässigkeit kürzt die Leistung – auch beim Vermieter

Die Haftungsreduzierung des Vermieters folgt nach der Rechtsprechung dem Leitbild der Vollkasko. Damit gilt auch § 81 VVG: Bei Vorsatz ist der Versicherer leistungsfrei, bei grober Fahrlässigkeit darf er die Leistung im Verhältnis zur Schwere des Verschuldens kürzen. Alkohol am Steuer, Fahren mit Warnleuchte oder ein nicht eingetragener Fahrer treffen deshalb Vermieter-Kasko und Kartenschutz gleichermaßen.

USA und Kanada: die Haftpflicht ist das größere Risiko

In Deutschland schreibt das Pflichtversicherungsgesetz Mindestdeckungen von 7,5 Millionen Euro für Personen-, 1,3 Millionen Euro für Sach- und 50.000 Euro für Vermögensschäden vor; Sixt versichert Mietwagen mit 100 Millionen Euro Deckungssumme und 8 Millionen Euro je geschädigter Person – „auf Europa beschränkt“. In den USA regelt jeder Bundesstaat die Mindestdeckung selbst: Florida verlangt 10.000 Dollar für Sachschäden und keine Personenschadenhaftpflicht, Mississippi 25.000/50.000/25.000 Dollar, Kalifornien seit 2025 30.000/60.000/15.000 Dollar. Der Vermieter haftet nach Bundesrecht (Graves Amendment) nicht als Halter; Florida macht davon für Anmietungen unter einem Jahr eine Ausnahme mit 100.000 Dollar je Person, 300.000 Dollar je Unfall und 50.000 Dollar Sachschaden.

Wer in den USA mit der gesetzlichen Mindestdeckung fährt und einen Personenschaden verursacht, haftet mit dem Privatvermögen. Genau dafür sind die Haftpflicht-Bausteine gedacht: Die Amex Platinum deckt 750.000 Euro, in den USA 1 Million Dollar; die Postbank Platinum 1,05 Millionen Euro; die Deutsche Bank Platin 1,1 Millionen Euro, in den USA und Kanada allerdings erst „nach Erschöpfung der örtlichen Deckung“. Die Santander BestCard Premium und die BMW Premium Card Carbon haben keine Haftpflicht-Aufstockung – für eine USA-Reise ist dann die SLI des Vermieters am Schalter der wichtigere Posten, nicht die Kasko.

Rechenbeispiel: zehn Miettage im Jahr

Der Schalterpreis für den Verzicht auf den Selbstbehalt liegt bei Avis zwischen 30,50 und 53,90 Euro je Tag; Sixt und Hertz nennen ihre Paketpreise erst im Buchungsvorgang, Europcar veröffentlicht sie nicht. Zehn Miettage kosten am Avis-Schalter also 305 bis 539 Euro. Dem stehen gegenüber: die Santander BestCard Premium mit 118,80 € im Jahr (70,80 Euro mit Girokonto des Hauses) und Kasko ohne Selbstbehalt bis 50.000 Euro; die Amex Platinum mit 720 €, bei der im Schadensfall 200 Euro Selbstbehalt bleiben, die aber Lounge, Versicherungen und Guthabenpakete mitbringt.

Die Rechnung kippt in zwei Fällen. Erstens, wenn die Reisen über das Unternehmen gebucht und mit einer Firmenkarte bezahlt werden – dann greift die Kartenzahlungs-Klausel der Privatkarte nicht. Zweitens bei hochwertigen Fahrzeugen: Bei einem Barwert über 50.000 Euro (Santander) oder 75.000 Euro (Amex) endet die Deckung, während Europcar für Porsche-Modelle Selbstbehalte von 3.000 bis 4.500 Euro ansetzt. Der durchschnittliche Vollkaskoschaden an einem Pkw lag laut GDV 2024 bei 2.627 Euro, 2020 waren es 1.987 Euro – die Größenordnung, um die es beim Selbstbehalt typischerweise geht.

Kaution: die Kartenart entscheidet, nicht die Versicherung

Bevor eine Versicherung greift, muss die Karte am Schalter angenommen werden. Der Vermieter reserviert die Kaution als Sperre auf dem Verfügungsrahmen, ohne sie abzubuchen. Europcar schließt in seinen Vermietbedingungen „Prepaidkarten und Karten des Anbieters ‚Nickel‘“ aus und akzeptiert Debitkarten von Visa und Mastercard „für PKW bis einschließlich der Kategorie Fullsize Elite“; die Kaution beträgt 300 Euro bei Vorauszahlung, sonst Mietpreis plus 300 Euro, mit Vollkasko 100 Euro, bei Luxus- und Sportwagen 2.500 Euro. Sixt schließt Prepaid-, Geschenk- und virtuelle Karten aus; Hertz „begrüßt die Verwendung von Debitkarten an allen Vermietstationen“ und behandelt die Kaution „bei Kreditkarten genauso wie bei Debitkarten“. Eine Charge Card oder echte Kreditkarte mit ausreichendem Rahmen ist damit die verlässliche Wahl; was Prepaid- und Debitkarten sonst leisten, steht auf der Seite zur Prepaid-Kreditkarte.

Wenn es passiert: Reihenfolge und Beschwerdeweg

Im Schadensfall zählt die Reihenfolge: Polizei rufen und Protokoll sichern (bei Santander binnen 24 Stunden), den Schaden dem Vermieter bei Rückgabe dokumentieren lassen, den Kartenversicherer innerhalb der in den Bedingungen genannten Frist informieren und die Abrechnung des Vermieters vorlegen – der Kartenversicherer zahlt erst, wenn die Vermieter-Kasko abgerechnet hat. Lehnt er ab, steht der Weg zum Versicherungsombudsmann offen: Bis 10.000 Euro ist seine Entscheidung für den Versicherer bindend, bis 100.000 Euro gibt er eine Empfehlung. Die Versicherer der hier genannten Karten – Chubb, Allianz, Lifestyle Protection, AWP, Sogessur, Inter Partner Assistance, Steadfast – sind Mitglieder; 2025 gingen dort 28.904 Beschwerden ein, 34,1 Prozent mehr als im Vorjahr, mehr als tausend davon zur Reiseversicherung. Der Hinweis in manchen Kartenbedingungen, die Entscheidung des Ombudsmanns sei „nicht verbindlich“, trifft für Streitwerte bis 10.000 Euro nicht zu.

Welche Lösung zu welcher Anmietung passt

Entscheidungshilfe Mietwagenschutz: Anmietung, passende Lösung und die Klausel, die zu prüfen ist (Stand: 15.09.2026)
Ihre Anmietung Passende Lösung Vorher prüfen
Mehrere Geschäftsreisen im Jahr in Europa, mit der eigenen Karte bezahlt Karte mit Kasko-Baustein ohne Selbstbehalt (Santander BestCard Premium) oder Amex Platinum Kartenzahlung, 30- oder 120-Tage-Grenze, Polizeimeldung
USA oder Kanada Haftpflicht-Aufstockung über Karte (Amex Platinum, Postbank, Deutsche Bank) oder SLI des Vermieters Deckungssumme in USD, Nachrang zur örtlichen Deckung
Langzeitmiete über 30 Tage Amex Platinum (120 Tage) oder gesonderte Abrechnung je 30 Tage bei Santander Verlängerungsklausel wörtlich lesen
Über die Firma gebucht und bezahlt Schutz des Unternehmens oder Paket des Vermieters – die Privatkarte greift meist nicht Kartenzahlungs-Klausel; Geschäftsreise-Ausschlüsse
Einmalige Urlaubsmiete, keine Premiumkarte Haftungsreduzierung ohne Selbstbehalt am Schalter buchen Restselbstbehalt (Hertz 150/250 €), Reifen- und Glasausschlüsse
Nur Debit- oder Prepaid-Karte vorhanden Vermieter mit Debit-Akzeptanz wählen (Hertz, Europcar bis Fullsize Elite); Prepaid wird abgelehnt Kautionshöhe und Kontodeckung
Die Konditionen aller Karten liefert der Vergleich am Seitenanfang; die Übersicht der Kartenarten steht auf der Startseite des Kreditkarten-Vergleichs.

Häufige Fragen zur Mietwagenversicherung über die Kreditkarte

Kann ich die Haftungsreduzierung des Vermieters abwählen, wenn meine Karte eine Kasko hat?

Davon ist abzuraten. Die Kasko-Bausteine der Karten leisten nachrangig und sind auf 50.000 bis 75.000 Euro begrenzt; sie sind dafür gebaut, den Selbstbehalt der Vermieter-Kasko zu erstatten. Wer die Haftungsreduzierung im Mietvertrag streicht, haftet gegenüber dem Vermieter für den vollen Fahrzeugwert und bekommt von der Karte nur die Deckungssumme.

Reicht es, die Karte als Kaution zu hinterlegen?

Bei den meisten Karten nicht. American Express, Santander, Miles & More und die VR ExclusiveCard verlangen, dass der Mietwagen vollständig mit der Karte bezahlt wird. Nur Miles & More kennt eine Ausnahme für den Fall, dass die Karte lediglich hinterlegt wurde. Wer über ein Reisebüro oder das Firmenkonto zahlt, sollte die Zahlungsart vor der Buchung klären.

Gilt der Schutz auch bei Geschäftsreisen?

Das steht in den Bedingungen der jeweiligen Karte. Die Revolut-Metal-Bedingungen schließen Geschäftsreisen ausdrücklich aus; die BMW Premium Card Carbon kennt gar kein Reisekriterium. Bei den übrigen Karten kommt es auf die Kartenzahlung an – eine Firmenkarte oder eine Zahlung durch den Arbeitgeber erfüllt die Klausel der Privatkarte nicht.

Was ist in den USA wichtiger: Kasko oder Haftpflicht?

Die Haftpflicht. Die gesetzlichen Mindestdeckungen der Bundesstaaten sind niedrig – in Florida 10.000 Dollar für Sachschäden ohne Pflicht zur Personenschadenhaftpflicht –, und der Vermieter haftet nach Bundesrecht nicht als Halter. Die Amex Platinum deckt in den USA 1 Million Dollar, Postbank und Deutsche Bank rund 1,05 beziehungsweise 1,1 Millionen Euro; bei Karten ohne diesen Baustein ist die Haftpflicht-Aufstockung des Vermieters der wichtigere Posten.

Was passiert, wenn ich den Schaden nicht sofort der Polizei melde?

Bei Santander entfällt die Leistung, wenn die Meldung nicht binnen 24 Stunden erfolgt; die easybank Platinum verlangt für jeden Anspruch einen Polizeibericht. Der Bundesgerichtshof hat solche Klauseln als wirksame Obliegenheit bestätigt. Nach § 28 VVG darf der Versicherer die Leistung bei grober Fahrlässigkeit kürzen und nur bei Vorsatz ganz verweigern – sofern die Verletzung für den Schaden oder seine Feststellung ursächlich war.

Was, wenn der Kartenversicherer nicht zahlt?

Erst die Ablehnung schriftlich begründen lassen, dann Beschwerde beim Versicherungsombudsmann einlegen. Bis 10.000 Euro Streitwert ist seine Entscheidung für den Versicherer bindend, bis 100.000 Euro gibt er eine unverbindliche Empfehlung. Alle Versicherer der hier genannten Karten sind Mitglieder des Vereins; das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos.

Über die Autoren
Janine El-Saghir Als erfahrene Redakteurin bei der qmedia GmbH hat sich Janine El-Saghir auf den Bereich der Finanzprodukte für Verbraucher und Unternehmen spezialisiert. Sie verfügt über tiefgreifendes...
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