Kein Kredit ohne Prüfung, aber drei Wege bei schwacher Bonität: Guthabenkarte, Basiskonto, Karte trotz Eintrag
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- Jede Karte mit Kreditrahmen ist ein Verbraucherdarlehen; der Herausgeber muss die Kreditwürdigkeit vor Vertragsschluss prüfen und fragt dafür bei Auskunfteien an – auch Advanzia und TF Bank, die oft als „schufafrei“ beworben werden.
- Ohne Auskunftei kommen Karten ohne Kredit aus: die PayCenter SupremaCard (79 Euro im Jahr), die Commerzbank Prepaid Karte (39,90 Euro) und die Debitkarten der Neobanken, die zwar Auskunfteien nennen, aber keinen Kredit vergeben. N26 Flex richtet sich ausdrücklich an Menschen mit negativem Eintrag.
- Wer kein Konto bekommt, hat nach dem Zahlungskontengesetz einen Rechtsanspruch auf ein Basiskonto mit Zahlungskarte – ablehnen darf die Bank nur aus wenigen gesetzlichen Gründen, und die BaFin setzt den Anspruch gebührenfrei durch.
- Ein erledigter Negativeintrag verschwindet nach den Verhaltensregeln der Auskunfteien nach drei Jahren, seit 2025 unter drei Bedingungen nach 18 Monaten; nach einer Restschuldbefreiung nach sechs Monaten.
- Angebote, die „kostenlos“ und „ohne Bonitätsprüfung“ zugleich versprechen, enden nach Erfahrung der Verbraucherzentralen meist in einer teuren Prepaid-Karte per Nachnahme.
Eine Kreditkarte mit Kreditrahmen ohne Bonitätsprüfung gibt es in Deutschland nicht – nicht weil die Banken nicht wollten, sondern weil § 505a BGB sie zur Prüfung verpflichtet. Was unter „Kreditkarte ohne Schufa“ beworben wird, ist deshalb entweder eine Karte ohne Kredit – eine Guthaben- oder Debitkarte –, eine echte Kreditkarte, deren Herausgeber trotzdem bei Auskunfteien anfragt, oder ein Angebot, vor dem die Verbraucherzentralen warnen. Alle drei Wege haben ihre Regeln, und ab dem 20. November 2026 wird die Prüfpflicht noch strenger (Stand: 15.09.2026).
Warum es die Karte mit Kredit ohne Prüfung nicht gibt
Der Kreditrahmen einer echten Kreditkarte ist rechtlich ein Allgemein-Verbraucherdarlehen nach § 491 BGB. Vor dem Abschluss hat der Darlehensgeber „die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers zu prüfen“ (§ 505a Abs. 1 BGB). Advanzia, deren Gebührenfrei Mastercard Gold regelmäßig unter „ohne Schufa“ gelistet wird, schreibt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen selbst, dass der Datenaustausch mit Auskunfteien „auch der Erfüllung gesetzlicher Pflichten zur Durchführung von Kreditwürdigkeitsprüfungen (§ 505a BGB, § 18a KWG)“ dient, und in den vorvertraglichen Informationen: „Nach positiver Bonitätsprüfung schickt Advanzia dem Kunden die Kreditkarte“. Bis 2023 stand im Fragenkatalog des Unternehmens noch, die Auskunft beeinflusse „in den meisten Fällen nicht den Kartenerhalt“ – der Satz ist heute verschwunden. Die TF Bank fragt Schufa, CRIF und Infoscore ab und meldet dorthin; ihre Bonitätsbewertung „umfasst Profiling und automatisierte Entscheidungsfindung“.
Bis zum 19. November 2026 nimmt § 491 Abs. 2 BGB Kredite unter 200 Euro und solche mit kurzer Laufzeit und geringen Kosten von den Verbraucherdarlehensregeln aus. Das Gesetz zur Umsetzung der neuen Verbraucherkreditrichtlinie streicht diese Ausnahmen zum 20. November 2026, verlangt eine „eingehende“ Kreditwürdigkeitsprüfung und bei einer Ablehnung den Hinweis auf die Schuldnerberatung. Eine Ausnahme bleibt: Debitkarten mit zinsfreiem Zahlungsaufschub bis 40 Tage und geringen Entgelten fallen weiter nicht unter die Darlehensregeln. Die Richtung ist eindeutig – nach dem 20. November wird es noch weniger Karten mit Kredit ohne gründliche Prüfung geben, nicht mehr.
Drei Wege bei schwacher Bonität
Weg 1: Karte ohne Kredit
Wo kein Kredit vergeben wird, gibt es keine Kreditwürdigkeitsprüfung. Guthabenkarten (Prepaid) und Debitkarten zum Girokonto belasten nur, was vorhanden ist. Die Herausgeber prüfen die Identität nach dem Geldwäschegesetz, manche fragen Auskunfteien zur Identitäts- und Vertragsprüfung – aber die Karte hängt nicht an einem Score. Das ist der einzige Weg, der wirklich „ohne Schufa-Entscheidung“ funktioniert.
Weg 2: Basiskonto mit Rechtsanspruch
Wer von Banken abgelehnt wird, hat nach dem Zahlungskontengesetz einen Anspruch auf ein Basiskonto mit Zahlungskarte – ohne Kreditgeschäft, aber mit allem, was zum Bezahlen nötig ist. Der Weg ist unten im Einzelnen beschrieben.
Weg 3: Echte Kreditkarte trotz Eintrag
Manche Herausgeber prüfen, entscheiden aber anders als die Hausbank. Advanzia und TF Bank gehören dazu; beide vergeben Kreditrahmen ohne Girokonto-Bindung, und beide prüfen. Wer einen laufenden negativen Eintrag hat, bekommt dort keine Garantie, nur eine Chance – und zahlt bei Teilzahlung 24,69 beziehungsweise 25,09 Prozent effektiv, bei Bargeld ab dem ersten Tag. Was das bedeutet, steht auf der Seite zur Kreditkarte mit Teilzahlung.
Die Karten ohne Kreditrahmen im Vergleich
| Karte | Kosten | Auskunftei | Kartenart | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|---|
| PayCenter SupremaCard | 79 € im Jahr; Kontofunktion 5 € im Monat; 5 € je Abhebung | „Meldung und Anfrage an die SCHUFA nicht notwendig – selbst im Falle einer Pfändung nicht“ | Prepaid, eigene Bankleitzahl | Guthaben nach § 17 ZAG gesondert verwahrt, keine Einlagensicherung; P-Konto kostenfrei; Aufladelimit 10.000 € |
| N26 Flex | 106,80 € (8,90 € im Monat) | Konto ausdrücklich für Menschen mit negativem Schufa-Eintrag; „Wenn du keinen negativen SCHUFA-Eintrag hast, leiten wir dich zu unseren anderen N26 Kontotypen weiter“ | Mastercard Debit, deutsche IBAN | Bank mit Einlagensicherung; kein Dispo, keine Kreditkarte |
| Commerzbank Prepaid Karte | 39,90 € im Jahr, 0 € für 14- bis 17-Jährige | keine Bonitätsabfrage laut Produktinformation | Prepaid, nur Referenzkonto nötig | Bargeld 1,95 %, mindestens 5,98 €; Höchstladebetrag 5.000 €; nur online autorisierende Akzeptanzstellen |
| Trade Republic | Konto 0 €, virtuelle Karte 0 €, physische Karte einmalig 5 oder 50 € | Datenschutzerklärung nennt Auskunfteien als Empfänger; „Kreditkarte“ und „Eingeräumte Kontoüberziehung“ als „Dienst nicht verfügbar“ | Visa Debit | Abhebung unter 100 €: 1 €; keine Fremdwährungsgebühr |
| bunq Free / Core | 0 € (ohne physische Karte) / 3,99 € im Monat | Bonitätsprüfung nur, „wenn du einen Kreditrahmen beantragst“ | Mastercard Debit | Free: 2,99 € je Abhebung, Fremdwährung ab 1.000 € im Jahr 1,5 % |
| Revolut Standard | 0 €, Kartenversand ab 7,99 € | Privacy Policy nennt Auskunfteien als Datenquelle | Debit | fünf Abhebungen oder 200 € im Monat frei, danach 2 %, mindestens 1 € |
| Quelle: Entgeltverzeichnisse, Produktinformationen und Datenschutzerklärungen der Anbieter (PayCenter 05.09.2026; N26 „Konto trotz Schufa“ 05.09.2026; Commerzbank Bedingungen 01.10.2025; Trade Republic Entgeltinformation 01.01.2025 und Datenschutzerklärung 20.08.2026; bunq Entgeltinformationen 27.08.2026 und Datenschutzerklärung; Revolut Gebühren Standard 1.8.1 und Privacy Policy), gesicherte Kopien in unserer Redaktion; Jahresgebühr N26 Flex aus unserer eigenen Produktdatenbank, abgerufen am 15.09.2026. | ||||
Nicht mehr in dieser Liste: VIABUY. Die Prepaid-Karte, jahrelang der Standardtipp für „ohne Schufa“, wird nicht mehr ausgegeben – der Herausgeber Dock Financial S.A. wurde im Dezember 2024 in Luxemburg für insolvent erklärt, die Zulassung entzogen. Was Prepaid-Karten sonst kosten und wo sie scheitern, steht auf der Seite zur Prepaid-Kreditkarte.
Das Basiskonto: der Anspruch, den keine Bank verweigern darf
Seit dem 18. Juni 2016 gilt das Zahlungskontengesetz. Nach § 31 ZKG hat jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein Basiskonto bei jedem Institut, das Zahlungskonten für Verbraucher anbietet; das Institut muss den Vertrag innerhalb von zehn Geschäftstagen nach Antragseingang schließen. Ablehnen darf es nach § 34 „nur aus den in den §§ 35 bis 37 genannten Gründen“ – etwa weil der Antragsteller schon ein nutzbares Konto hat oder wegen einer Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat zum Nachteil der Bank, ihrer Mitarbeiter oder Kunden (§ 36 Abs. 1 Nr. 1). Ein negativer Schufa-Eintrag ist kein Ablehnungsgrund.
Das Basiskonto ist nach § 38 ein Konto „ohne Kreditgeschäft“, muss aber Ein- und Auszahlungen, Überweisungen, Lastschriften und eine „Zahlungskarte oder ähnliches Zahlungsinstrument“ umfassen; einen Überziehungsrahmen muss die Bank nicht einräumen. Das Entgelt muss nach § 41 „angemessen“ sein, und § 32 verbietet, den Vertrag an andere Produkte zu koppeln. Der Schutz greift nur, wenn der Antrag auf dem vorgeschriebenen Formular mit der Erklärung gestellt wird, kein anderes nutzbares Zahlungskonto zu haben (§ 33).
Lehnt ein Institut den Antrag ab oder reagiert nicht, kann der Verbraucher bei der BaFin ein Verwaltungsverfahren beantragen; die Aufsicht stellt fest, ob die Ablehnung rechtmäßig war, und kann das Institut zum Vertragsschluss anweisen. Das Verfahren ist für den Verbraucher gebührenfrei. Im Jahr 2025 hat die BaFin nach eigenem Bericht 213 Verbrauchern so zu einem Basiskonto verholfen, 2024 waren es 135. Das Formular für den Antrag stellt jedes Institut bereit; die Erklärung, kein anderes Konto zu haben, gehört dazu.
Was der Schufa-Eintrag bedeutet – und wann er verschwindet
Die Speicherfristen stehen nicht im Gesetz, sondern in den „Verhaltensregeln für die Prüf- und Löschfristen von personenbezogenen Daten durch die deutschen Wirtschaftsauskunfteien“ vom 25. Mai 2024, einer freiwilligen Selbstverpflichtung der beigetretenen Auskunfteien, genehmigt von der hessischen Datenschutzaufsicht. Danach gilt: Erledigte Zahlungsstörungen werden drei Jahre gespeichert; seit dem 1. Januar 2025 nur 18 Monate, wenn die Forderung binnen 100 Tagen nach der Einmeldung beglichen wurde, der Auskunftei bis dahin keine weiteren Negativdaten gemeldet wurden und keine Informationen aus dem Schuldnerverzeichnis oder aus Insolvenzbekanntmachungen vorliegen. Nach einer Restschuldbefreiung endet die Speicherung der vom Verfahren erfassten Forderungen nach sechs Monaten – die Schufa hat die Verkürzung am 31. März 2023 angekündigt, „trotz noch laufender Gerichtsverfahren vor dem EuGH und BGH“, und der Europäische Gerichtshof hat im Dezember 2023 bestätigt, dass eine längere Speicherung als im öffentlichen Insolvenzregister unzulässig ist. Abweisung mangels Masse, Versagung und Widerruf der Restschuldbefreiung bleiben drei Jahre.
Der Bundesgerichtshof hat die Verhaltensregeln im Dezember 2025 eingeordnet: Sie sind für die Abwägung nach der Datenschutz-Grundverordnung nur eine Orientierung, kein Freibrief – im entschiedenen Fall zur Löschungsfrist bei Zahlungsstörungen hob der I. Zivilsenat das Berufungsurteil auf und verwies zurück, weil die Umstände des Einzelfalls abzuwägen sind. Wer einen Eintrag für fehlerhaft hält, kann sich darauf berufen. Die eigenen Daten gibt es nach Art. 15 DSGVO als erste Kopie unentgeltlich; für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden.
Die Verhaltensregeln in Kürze:
| Eintrag | Frist | Bedingung |
|---|---|---|
| Erledigte Zahlungsstörung | drei Jahre nach Erledigung | Regelfall |
| Erledigte Zahlungsstörung, verkürzt | 18 Monate | seit 01.01.2025: Ausgleich binnen 100 Tagen nach Einmeldung, keine weiteren Negativdaten, keine Einträge aus Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzbekanntmachungen |
| Restschuldbefreiung | sechs Monate | erfasst auch die vom Verfahren umfassten Forderungen |
| Abweisung mangels Masse, Versagung, Widerruf | drei Jahre | – |
| Anfragen | ein bis drei Jahre | je nach Art der Anfrage |
| Störungsfreie Verträge | drei Jahre nach Erledigung | Positivdaten |
| Quelle: Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien vom 25.05.2024, Ziffern IV.1 bis IV.6; BGH, Urteil vom 18.12.2025 – I ZR 97/25. | ||
Mietwagen und Hotel: wo die Kaution zum Problem wird
Wer ohne Kreditrahmen reist, stößt an der Kaution an die Grenze: Der Vermieter sperrt einen Betrag auf dem Verfügungsrahmen der Karte. Europcar schließt Prepaid-Karten in seinen Vermietbedingungen aus und akzeptiert Debitkarten nur bis zur Fahrzeugkategorie Fullsize Elite, die Kaution beträgt 300 Euro bei Vorauszahlung, sonst Mietpreis plus 300 Euro; Hertz „begrüßt die Verwendung von Debitkarten an allen Vermietstationen“ und behandelt die Kaution wie bei Kreditkarten. Mit einer Debitkarte muss die Kaution als Guthaben auf dem Konto liegen und ist für die Dauer der Sperre nicht verfügbar. Für die Hotelbuchung gilt dasselbe Prinzip; viele Häuser akzeptieren Debitkarten, blockieren aber den Betrag. Wer regelmäßig mietet, findet die Vermieterregeln auf der Seite zur Kreditkarte mit Mietwagenversicherung.
Woran Sie unseriöse Angebote erkennen
Die Verbraucherzentrale warnt vor Angeboten, die „kostenlos“ und „ohne Bonitätsprüfung“ zugleich versprechen: „Für die vermeintlich kostenfreien Kredite und Kreditkarten ohne Bonitätsprüfung werden meistens versteckte Kosten berechnet!“ Wer darauf eingeht, bekomme „wahrscheinlich per Post eine teure Prepaid-Kreditkarte“, oft per Nachnahme. Die Verbraucherzentrale Hamburg dokumentiert Fälle mit Ausgabegebühren zwischen 99,80 und 149,90 Euro für eine Prepaid-Karte, die als „schufafreier Kredit“ beworben wurde. Vier Merkmale kennzeichnen solche Angebote:
- Vorkasse oder Nachnahme für die Karte. Ein Darlehensvermittler darf nach § 655c BGB eine Vergütung nur verlangen, wenn das Darlehen tatsächlich zustande kommt, und nach § 655d keine Nebenentgelte außer erforderlichen Auslagen.
- Kopplung an eine Versicherung oder ein anderes Produkt. Für Restschuldversicherungen gilt seit dem 2. Januar 2025 ein Trennungsgebot; ab dem 20. November 2026 verbietet § 492a BGB die Kopplung bei allen Verbraucherdarlehen, gekoppelte Geschäfte sind nichtig.
- „Garantierte Zusage“ für eine Karte mit Kreditrahmen – rechtlich unmöglich, weil die Kreditwürdigkeitsprüfung vorgeschrieben ist.
- Kein Impressum mit Aufsichtsbehörde. Jeder Herausgeber von Karten steht unter Aufsicht der BaFin oder einer anderen EU-Behörde; die Zulassungsnummer gehört ins Impressum. Bei VIABUY stand noch im Mai 2025 die längst entzogene Zulassungsnummer im Impressum.
Welche Lösung zu welcher Lage passt
| Ihre Lage | Passende Lösung | Vorher prüfen |
|---|---|---|
| Negativer Eintrag, Girokonto vorhanden | Debitkarte zum bestehenden Konto oder Konto bei einer Neobank (N26 Flex, Trade Republic, bunq) | Entgelte für Abhebung und Fremdwährung; keine Kaution ohne Guthaben |
| Kein Konto, Banken lehnen ab | Basiskonto nach § 31 ZKG mit Zahlungskarte | Antrag auf dem Formular mit der Erklärung nach § 33; bei Ablehnung BaFin-Verfahren |
| Pfändung oder P-Konto | Basiskonto als P-Konto oder SupremaCard mit P-Konto-Funktion | 79 € Jahresentgelt gegen das Basiskonto rechnen |
| Eintrag erledigt, Karte mit Rahmen gewünscht | Löschfrist abwarten (18 Monate oder drei Jahre), dann regulär beantragen; Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO vorher | Ob die 18-Monats-Bedingungen erfüllt sind |
| Reise mit Mietwagen ohne Kreditrahmen | Vermieter mit Debit-Akzeptanz (Hertz, Europcar bis Fullsize Elite); Kaution als Guthaben vorhalten | Kautionshöhe und Freigabedauer |
| Jugendliche oder Auszubildende ohne Einkommen | Commerzbank Prepaid Karte (0 € bis 17) oder Debitkarte zum Jugendkonto | Ladelimits |
| Die Konditionen aller Karten liefert der Vergleich am Seitenanfang; die Übersicht der Kartenarten steht auf der Startseite des Kreditkarten-Vergleichs. | ||
Häufige Fragen zur Kreditkarte ohne Schufa
Gibt es eine echte Kreditkarte ganz ohne Schufa-Abfrage?
Nein. Jede Karte mit Kreditrahmen ist ein Verbraucherdarlehen, und § 505a BGB verpflichtet den Herausgeber zur Kreditwürdigkeitsprüfung; dafür fragt er bei Auskunfteien an. Auch Advanzia und TF Bank, die häufig als „schufafrei“ gelistet werden, prüfen und melden. Ohne Auskunftei-Entscheidung kommen nur Karten ohne Kredit aus.
Welche Karte bekomme ich mit negativem Eintrag sicher?
Eine Guthaben- oder Debitkarte: die PayCenter SupremaCard ohne Schufa-Anfrage, die Commerzbank Prepaid Karte ohne Bonitätsabfrage, das N26-Flex-Konto, das ausdrücklich für Menschen mit negativem Eintrag gebaut ist, oder ein Basiskonto nach dem Zahlungskontengesetz mit Zahlungskarte. Bei Trade Republic, bunq und Revolut entscheidet keine Bonität über die Debitkarte, die Anbieter nennen aber Auskunfteien in ihren Datenschutzerklärungen.
Darf eine Bank mir ein Basiskonto wegen der Schufa verweigern?
Nein. Nach § 34 ZKG darf sie nur aus den in den §§ 35 bis 37 genannten Gründen ablehnen – etwa weil schon ein nutzbares Konto besteht oder wegen einer vorsätzlichen Straftat gegen die Bank. Ein Schufa-Eintrag gehört nicht dazu. Bei einer Ablehnung hilft das gebührenfreie Verwaltungsverfahren bei der BaFin.
Wann wird ein erledigter Eintrag gelöscht?
Nach den Verhaltensregeln der Auskunfteien nach drei Jahren; seit dem 1. Januar 2025 nach 18 Monaten, wenn die Forderung binnen 100 Tagen nach der Einmeldung beglichen wurde, keine weiteren Negativdaten gemeldet wurden und keine Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis oder aus Insolvenzbekanntmachungen vorliegen. Nach einer Restschuldbefreiung endet die Speicherung nach sechs Monaten.
Kann ich mit einer Debitkarte einen Mietwagen buchen?
Bei Hertz an allen Stationen, bei Europcar bis zur Fahrzeugkategorie Fullsize Elite; Prepaid-Karten lehnen beide Vermieter ab. Die Kaution wird als Guthaben auf dem Konto gesperrt und ist für die Dauer der Sperre nicht verfügbar – bei Europcar 300 Euro bei Vorauszahlung, sonst Mietpreis plus 300 Euro.
Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?
An Vorkasse oder Nachnahme für die Karte, an der Kopplung an eine Versicherung, an einer „garantierten Zusage“ für einen Kreditrahmen und an einem Impressum ohne Aufsichtsbehörde. Ein Darlehensvermittler darf eine Vergütung nur bei Zustandekommen des Darlehens verlangen und keine Nebenentgelte berechnen. Die Verbraucherzentralen dokumentieren Ausgabegebühren von 99,80 bis 149,90 Euro für Prepaid-Karten, die als schufafreier Kredit beworben wurden.